Ein After-Work-Meet-up in Springe, das zeigt: Manchmal braucht es nur ein paar bunte Steine – und eine gute Frage.

An einem Freitagnachmittag sitzen Menschen aus völlig unterschiedlichen Berufsfeldern an einem Tisch im Ankerplatz, starren auf einen Haufen LEGO®-Steine und bauen einen Alien mit Superkraft. Was absurd klingt, entpuppt sich als verblüffend wirkungsvolle Methode, um ins Gespräch zu kommen, Ideen sichtbar zu machen und Perspektiven zu wechseln. Willkommen bei LEGO® Serious Play®.

Am 17. April 2026 lud der Ankerplatz zum After-Work-Meet-up ein: einem offenen Schnuppernachmittag mit Michael Barsakidis (https://lsparena.com/) – Expert und Master Trainer und einer der erfahrensten Facilitatoren dieser Methode in Deutschland. Drei Stunden lang wurde gebaut, erzählt, gestaunt und vernetzt.

Erst der Alien, dann der Turm – und dann das Verständnis für die Methode

Michael Barsakidis startete ohne große Vorrede direkt mit einer Übung: Jede Person bekam das LEGO® Serious Play® Window Exploration Bag
(ein Starterset mit einer besonderen Steineauswahl) und sollte einen Alien bauen – mit einer Superkraft, die er oder sie selbst bestimmte. Das Ergebnis? Sechs völlig unterschiedliche Kreaturen, sechs Geschichten, sechs Persönlichkeiten – sichtbar gemacht in Plastik.
Der Einstieg illustriert das Herzstück der Methode: Gedanken werden durch die Hände greifbar. Was im Kopf bleibt, bleibt oft auch im Verborgenen. Was gebaut wird, kann erzählt, geteilt und reflektiert werden.

Die zweite Übung – Bau einen Turm – machte ein weiteres Prinzip deutlich: Alle Teilnehmenden hatten exakt die gleichen Steine. Kein einziger Turm war identisch. Manche setzten auf Höhe, andere auf Stabilität, wieder andere auf Kreativität oder Symmetrie. Michael Barsakidis brachte es auf den Punkt: „Wenn alle den exakt gleichen Turm bauen würden – was würde nie entstehen? Innovation.“

Die Methode und ihre Wurzeln

LEGO® Serious Play® entstand Mitte der 1990er-Jahre in der Schweiz, als Forscher untersuchten, warum Kinder beim Bauen so fokussiert und kreativ sind – und warum Erwachsene im Berufsleben genau dieses intuitive Denken mit den Händen ablegen. 2010 wurde die Methode von LEGO® als Open Source freigegeben: Seither darf sie jeder nutzen, der die Spielregeln kennt und respektiert.

Wissenschaftlich begleitet, in Projekten mit NASA, Airbus und SAP erprobt, ist LEGO® Serious Play® heute in Unternehmen, NGOs, Schulen, Vereinen und Hochschulen im Einsatz – überall dort, wo komplexe Fragen klare Antworten brauchen und wo es darum geht, dass wirklich alle gehört werden.

Wenn introvertierte Stimmen laut werden

Ein Argument, das Michael Barsakidis besonders am Herzen liegt: Die Methode gibt Introvertierten und Extrovertierten dieselbe Stimme. Im klassischen Meeting dominieren oft die Lautesten. LEGO® Serious Play® dreht das um: Weil jede Person baut und jede Person erzählt, kommen alle Perspektiven auf den Tisch – und zwar gleichwertig.

Dass das funktioniert, erlebte die Runde an diesem Nachmittag selbst. Mithilfe eines kleinen „Zauberstabs“ – inspiriert vom Medusa-Stab der Mythologie – richteten die Teilnehmenden den Blick beim Erzählen auf ihr Modell statt auf ihr Gegenüber. Das entlastet, schärft den Fokus und hält die Erzählung bei dem, was wirklich im Modell steckt.

Ein Nachmittag, viele Geschichten

Was das Meet-up besonders lebendig machte: die Vielfalt der Teilnehmenden. Eine Qualitätssicherungs-Expertin aus der Pharmabranche, ein Ruheständler und Datenbankentwickler, eine selbstständige Linguistin und Kommunikationstrainerin, ein Weiterbildungsprofi aus dem Nahverkehr, ein Organisations- und Leadership-Coach – und Ankerplatz-Gastgeberin Meike, die Michael Barsakidis schon aus einem gemeinsamen Ausbildungswochenende kannte und von der Energie des damaligen Tages schwärmte.

Alle bauten. Alle erzählten. Und alle gingen mit der Frage nach Hause, wie LEGO® Serious Play® in ihrem eigenen Kontext wirken könnte – im Team, im Verein, im Unterricht, im Coaching.

Das haben wir mitgenommen:

  • LEGO® Serious Play® macht Gedanken sichtbar – Bauen ersetzt lange Diskussionen und bringt Ideen direkt auf den Tisch.
  • Gleiche Steine, unterschiedliche Ergebnisse – Die Methode zeigt spielerisch, wie vielfältig Perspektiven sein können.
  • Introvertierte kommen genauso zu Wort wie Extrovertierte – strukturell verankert, nicht nur als Wunsch.
  • Einsetzbar in fast jedem Kontext: Teambuilding, Change-Prozesse, Onboarding, Führungskräftetraining, NGO-Arbeit, Ausbildung, Sprachkurse – die Liste ist lang.
  • Schnuppern lohnt sich – Selbst in drei Stunden entsteht ein echtes Gefühl für die Wirkung der Methode.

Der nächste Schritt: Weihnachtsspecial am 3. Dezember 2026

Du hast das Meet-up verpasst oder möchtest tiefer einsteigen? Am 3. Dezember 2026 findet im Ankerplatz Springe der nächste LEGO® Serious Play®-Workshop statt – diesmal als Weihnachtsspecial. Mehr Steine, mehr Zeit, mehr Raum für echte Themen. Halte Dir den Termin schon jetzt frei.

Wir freuen uns auf Dich.