Im Ankerplatz haben wir einen dieser Abende erlebt, nach denen der Kopf voll Ideen ist – und gleichzeitig das Gefühl bleibt: Das will ich ausprobieren. Unter dem Motto „KI, Führung & Sichtbarkeit“ gaben Annika Weper und Michaela Werner einen ebenso praktischen wie persönlichen Einblick, wie künstliche Intelligenz heute schon ganz konkret im Arbeitsalltag unterstützen kann.
Die Runde war bunt gemischt: Softwareentwickler, Berater:innen, Führungskräfte aus der Versicherungsbranche, Organisationscoaches, Webdesigner:innen, Selbstständige, Handwerker und erfahrene Praktiker. Die Frage des heutigen Abends: Wie können wir KI sinnvoll nutzen – in Führung, Selbstführung und im eigenen Business, ohne IT‑Expert:innen sein zu müssen?
Schon in der Vorstellungsrunde wurde deutlich, wie unterschiedlich die Erfahrungsstände sind. Einige tasten sich noch vorsichtig an ChatGPT und andere KI‑Tools heran, andere nutzen sie längst täglich für Text‑ und Bildgenerierung, Kundenkommunikation, Angebotsprozesse, Automatisierungen in Access oder bei der Erstellung von Präsentationen. Ein gemeinsamer Nenner: Viele haben das Gefühl, nicht „weit genug“ zu sein, weil sich künstliche Intelligenz rasant weiterentwickelt. Schön, dass wir das im Ankerplatz erleben dürfen – als Raum, in dem Unsicherheit ausgesprochen werden und gemeinsames Lernen im Vordergrund steht.
KI in Führung und Selbstführung: Annika zeigt neue Perspektiven
Annika, die seit vielen Jahren Führungskräfte und Teams in ihrer Entwicklung begleitet, stellte einen Gedanken in den Mittelpunkt: Führung beginnt bei Selbstführung. Viele Führungskräfte, so ihre Erfahrung, gelangen über ihre Fachexpertise in Leitungsrollen – ohne systematisch auf ihre Führungsaufgaben vorbereitet zu werden. KI kann hier ein kraftvolles Werkzeug sein, das Reflexion unterstützt, Gespräche strukturiert und bei schwierigen Entscheidungen für Klarheit sorgt.
Anhand konkreter Beispiele zeigte Annika, wie Führungskräfte künstliche Intelligenz nutzen können, um Mitarbeitergespräche vorzubereiten, Feedback strukturiert zu formulieren oder sich auf anspruchsvolle Termine im Management vorzubereiten. Besonders spannend war ihr Einblick in die Arbeit mit KI‑Agenten: In der Plattform Langdock hat sie einen digitalen „Coach“ eingerichtet, der eine klare Rolle, eine „Stellenbeschreibung“ und ein definiertes Persönlichkeitsprofil besitzt. Dieser Agent kennt ihren Kontext als Personalentwicklerin und Gründerin und unterstützt sie bei Selbstreflexion, Entscheidungsfindung und der Entwicklung neuer Perspektiven.
So wird KI zur niedrigschwelligen Möglichkeit, sich selbst zu führen und im Alltag zu entlasten – gerade dann, wenn klassische Coaching‑Formate (noch) nicht genutzt werden oder wenn kurzfristig Unterstützung gefragt ist. Der Abend machte deutlich: Selbstführung mit KI ist kein abstraktes Zukunftsthema, sondern bereits heute praktische Unterstützung für Menschen mit Verantwortung.
Sichtbarkeit und Online‑Auftritt: Michaela macht Mut zum Ausprobieren
Die zweite starke Perspektive kam von Michaela, die im Bereich Webdesign, Social Media und Content‑Strategie arbeitet. Ihr Fokus lag auf einer Frage, die viele Selbstständige und Führungskräfte beschäftigt: Wie werde ich sichtbar, ohne perfekt sein zu müssen?
Michaela zeigte, wie sie KI gezielt für Online‑Sichtbarkeit einsetzt – von der Positionierung bis zur Sichtbarkeit. Auch im Bereich Bildgenerierung und Konzeption von Kampagnen spielt künstliche Intelligenz für sie eine wichtige Rolle. Statt KI als Bedrohung zu sehen, nutzt sie sie als Sparringspartner, der hilft, die erste Hürde zu nehmen, leere Seiten zu füllen und aus Gedanken klare Botschaften zu machen.
Besonders wertvoll für die Teilnehmenden war die Botschaft, dass es nicht um Perfektion geht. Viele haben wertvolles Fachwissen, zögern aber, damit sichtbar zu werden. KI kann genau hier den Unterschied machen: Sie unterstützt, strukturiert, macht Vorschläge – und nimmt den Druck, alles im ersten Schritt „richtig“ machen zu müssen.
Konkrete Beispiele aus der Praxis und gemeinsames Lernen
Neben den Impulsen von Annika und Michaela wurde der Abend durch zahlreiche Praxisbeispiele aus der Gruppe lebendig. Ein Teilnehmer berichtete, wie er mit Hilfe von KI Access‑Berichte und VBA‑Routinen automatisiert und so mehrere Stunden Arbeit spart. Ein anderer zeigte, wie er seine Kundenkommunikation bei Uhrenreparaturen mit KI weitgehend automatisiert – von der Analyse der zugesandten Fotos bis zum fertigen Angebotstext.
Auch spezialisierte Tools wie Claude oder NotebookLM spielten eine Rolle: etwa bei der Erstellung digitaler Gästebücher, der Verarbeitung umfangreicher Dokumente oder der Generierung von Podcast‑ähnlichen Zusammenfassungen für komplexe Inhalte. Immer wieder zeigte sich dabei dasselbe Muster: Gute Ergebnisse entstehen, wenn Aufgaben klar beschrieben sind, Prompts präzise formuliert werden und man im Dialog mit der KI nachschärft, statt beim ersten Versuch stehenzubleiben.
Am Ende des Abends blieb ein klares Bild: Künstliche Intelligenz ersetzt nicht den Menschen, aber sie kann eine sehr starke Unterstützung sein – in Führung, Selbstführung, Zusammenarbeit, Content‑Erstellung und im Aufbau von Sichtbarkeit. Der Ankerplatz wurde an diesem Abend zu dem, was er sein soll: ein Ort für Austausch, Orientierung und Mut zum Ausprobieren.
Wer sich fragt, wie KI im eigenen Arbeitsalltag, in der Führung oder im eigenen Business sinnvoll eingesetzt werden kann, ist im Ankerplatz genau richtig. Hier darf gelernt, diskutiert und experimentiert werden – Schritt für Schritt und ohne Perfektionsdruck.
