Oliver Werner sitzt am Laptop, ruft Claude Design auf und tippt los – wenige Minuten später entsteht vor den Augen der Runde ein fertig gestaltetes Kartenspiel samt eigenem Design. Genau darum ging es beim KI-Stammtisch im Ankerplatz Springe am 26. Mai 2026: einmal live miterleben, wie aus einem einfachen Prompt eine durchdachte Gestaltungsidee wird – und gleichzeitig lernen, wie Du sensible Daten schützt, bevor sie überhaupt in ein KI-Modell fließen.
Der KI-Stammtisch „Meer Business mit KI“ findet jeden letzten Montag im Monat von 18 bis 20 Uhr im Ankerplatz Springe statt – initiiert und moderiert von Oliver Werner, der hauptberuflich ein Entwicklungsteam bei der Deutschen Messe AG leitet und nebenberuflich Unternehmen und Selbstständige rund um den Einsatz von KI berät. Nach einem kurzen Impulsvortrag bleibt viel Zeit für Austausch, Fragen und Networking in entspannter Atmosphäre. Diesmal standen zwei Themen im Mittelpunkt, die viele gleichermaßen beschäftigen: Wie schützt man personenbezogene Daten, bevor man sie einer KI anvertraut? Und wie wird aus einer vagen Idee mit Claude Design tatsächlich eine fertige Gestaltung?
KI nutzen, ohne sensible Daten aus der Hand zu geben
Den Auftakt machte das Thema Datensicherheit. Oliver zeigte an einer Beispiel-Liste mit fiktiven Personendaten – Namen, Geburtsdaten, Geschlecht – wie ein Anonymisierungs-Tool in der Praxis arbeitet: Personenbezogene Felder werden durch neutrale Platzhalter ersetzt, bevor die eigentliche Anfrage an ein KI-Modell wie ChatGPT geht. Die Zuordnung bleibt über Schlüsselpaare erhalten, sodass die Antwort am Ende korrekt „zurückübersetzt“ wird – im Praxistest konnte Oliver sogar im Nachhinein noch nach dem Geburtsdatum einer anonymisierten Person fragen, und die KI antwortete richtig.
„Es geht darum, mit solchen Daten zu arbeiten, ohne dass man sie wirklich zur KI schickt“, brachte es Oliver Werner auf den Punkt.
Ein wichtiges Detail für alle, die mit Kund:innen- oder Personaldaten arbeiten: Bei dem vorgestellten Tool bleiben die Daten während der Umwandlung auf einem Rechenzentrum in Deutschland – sie werden nicht an US-Anbieter weitergegeben. Für einfache Listen reicht dabei oft schon eine lokale Zuordnungstabelle, die Namen durch neutrale Begriffe ersetzt – der korrekte Fachbegriff dafür ist Pseudonymisierung. Wer es mit ganzen Fließtexten statt sauberer Listen zu tun hat, dem empfahl die Runde einen Blick auf Microsoft Presidio: ein Open-Source-Werkzeug, das Namen und andere sensible Angaben auch in laufendem Text erkennt und maskiert und sich lokal per Python oder Docker betreiben lässt.
Claude Design – vom Prompt zur fertigen Gestaltungsidee
Danach wechselte die Runde vom Datenschutz zur Kreativität. Oliver hatte eine eigene Idee mitgebracht: ein Kartenspiel, mit dem Teams ihre Zusammenarbeit mit KI reflektieren können – mit Charakterkarten für unterschiedliche KI-Rollen im Team, etwa „der Assistent“, der zuverlässig ausführt, aber auf klare Anweisungen wartet. Aus einer kurzen Beschreibung ließ er sich zunächst ein Designbriefing erstellen und übergab es anschließend an Claude Design. Das Ergebnis: sechs fertig gestaltete Charakterkarten mit Vorder- und Rückseite, abgestimmt auf die Farbwelt seiner eigenen Website – bereit für die Weiterverarbeitung in Canva und den Druck. Stellte das Tool unterwegs fest, dass Informationen fehlten, fragte es einfach nach. Man muss also nicht von Anfang an alles perfekt beschreiben.
Besonders gut kam ein zweites Beispiel an: ein interaktives „Paletten-Labor“, mit dem man – ähnlich wie bei einem kleinen Persönlichkeitstest – Schritt für Schritt seine Lieblingsfarben auswählt und daraus direkt eine stimmige Farbpalette entwickelt, inklusive Live-Vorschau auf Visitenkarte, Website oder Broschüre. Aus diesem Entwurf baute Oliver anschließend mit Claude Code eine tatsächlich funktionierende Anwendung – keine reine Bildschirm-Demo mehr, sondern ein lauffähiges Tool. Von der ersten Idee bis zur fertigen Anwendung vergingen nach seiner Schätzung rund zwei Stunden, in denen die KI größtenteils ohne weiteres Zutun weiterarbeitete.
„Ich wusste nicht, dass man so einfach Präsentationsfolien erstellen kann – das nehme ich mir auf jeden Fall mit“, fasste eine Teilnehmerin ihren Eindruck zusammen.
Praxistipp aus der Runde: die eigene Tonalität trainieren
Ein Extra-Tipp für alle, die Texte von einer KI schreiben lassen, aber nicht wie eine KI klingen wollen: ein paar eigene, gut gelungene Texte – oder eine kurz eingesprochene Sprachnachricht – als eigene „Tonalitätsdatei“ hinterlegen. Die KI übernimmt dann Wortwahl und Duktus, und mit jedem Feedback wird das Ergebnis persönlicher.
Kurz zusammengefasst: Der KI-Stammtisch „Meer Business mit KI“ findet jeden letzten Montag im Monat von 18 bis 20 Uhr im Ankerplatz Springe (Industriestraße 17 H, 31832 Springe) statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, für Getränke und Snacks ist gesorgt.
Das nehmen wir vom heutigen Abend mit:
- Sensible Daten lassen sich anonymisieren beziehungsweise pseudonymisieren, bevor sie überhaupt eine KI erreichen.
- Für strukturierte Listen reicht oft eine einfache Zuordnungstabelle – für Fließtext helfen spezialisierte Tools wie Microsoft Presidio.
- Claude Design begleitet von der ersten Idee bis zum fertigen Gestaltungsvorschlag und fragt gezielt nach, wenn Informationen fehlen.
- Aus einem Designentwurf lässt sich mit Claude Code direkt eine funktionierende Anwendung bauen.
- Eine eigene Tonalitätsdatei sorgt dafür, dass KI-Texte tatsächlich nach einem selbst klingen.
Ein herzliches Dankeschön an Oliver Werner für den praxisnahen und kurzweiligen Einblick – und an alle, die mitdiskutiert, nachgefragt und live mitgetüftelt haben.
Häufige Fragen
Wo findet der KI-Stammtisch in Springe statt?
Im Ankerplatz Springe, Industriestraße 17 H, 2. OG, 31832 Springe – direkt am Bahnhof Springe.
Wie oft findet der KI-Stammtisch statt?
Jeden letzten Montag im Monat von 18 bis 20 Uhr.
Ist die Teilnahme kostenlos?
Ja, die Teilnahme ist kostenfrei, für Getränke und Snacks ist gesorgt.
Muss ich Claude oder ChatGPT bereits nutzen, um teilzunehmen?
Nein. Der KI-Stammtisch richtet sich sowohl an erfahrene Nutzer:innen als auch an alle, die einfach neugierig sind.
Viele Grüße,
Eure Meike
